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Mittelpaläolithikum (300.000–35.000 v. Chr.)
Ein mittelpaläolithischer Schaber aus braunem Hornstein wurde in Kreuzwertheim am Mainufer gefunden. Christian Pescheck, Die wichtigsten Bodenfunde und Ausgrabungen des Jahres 1972, in: Frankenland N.F. 24 (1972), S. 259–282, hier S. 260.
In Europa ist diese Epoche untrennbar mit dem Homo neanderthalensis verknüpft.
Ein Schaber ist eines der ältesten und am häufigsten genutzten Steinwerkzeuge der Urgeschichte.

Die befestigte Höhensiedlung im Himmelreich in der Kreuzwertheimer Mainschleife, ab 4.400 v. Chr.
Durch die Ausgrabungen des BLfD, zwischen 1981 bis 1988, konnte eine befestigte Höhensiedlung in der Kreuzwertheimer Gemarkung Himmelreich laut dem BLfD nachgewiesen werden: Aus dem Jungneolithikum (4.400-3.500 v. Chr.), in der Urnenfelderzeit (1.300-800 v. Chr.), in der späten Hallstattzeit (630-450 v. Chr.), in der Frühlatènezeit (450-250 v. Chr.), und während der Völkerwanderungszeit (Ende 3. Jhd. bis 568 n. Chr.).
Die Koordinaten der befestigten Höhensiedlung des Himmelreichs sind laut dem BLfD: 49° 45′ 29,89″ N, 9° 33′ 31,11″ E.
Die Bodendenkmalnummer ist: D-6-6223-0001.
Das BLfD nennt die Höhensiedlung Himmelreich, nicht Wettenburg. Denn ein Weiler Wettenburg existierte ganz im Süden der Mainschleife, in der Nähe der Furt nach Urphar. Die Bodendenkmalnummer des BLfD für den Weiler Wettenburg im Süden ist: D-6-6223-0002.
Reste einer Burg hat das BLfD in der gesamten Mainschleife nicht gefunden, sie gehören in das Reich der Märchen. Trotzdem wurde und wird heute noch von einer Burg Wettenburg und einer Abschnittsbefestigung Wettenburg geschrieben. Sogar der Titel der Dissertation von Dieter Neubauer aus 2000 („Die Wettenburg in der Mainschleife bei Urphar. Eine Höhenbefestigung des …“) hat eine irreführende und topografisch falsche Bezeichnung für die eigentliche Höhensiedlung. Diese Höhensiedlung heißt nämlich Himmelreich, nicht Wettenburg.
Auch in Onlinekarten findet man mittlerweile die „falsche Wettenburg“, so in Mapcarta eine Burg Wettenburg und eine Abschnittsbefestigung Wettenburg, und in OpenStreetMap eine Abschnittsbefestigung Wettenburg in der Kreuzwertheimer Mainschleife. Leider! Weitere Informationen finden Sie weiter unten: „Die Karten von 1618 und 1636.“

Vorgeschichtliche Grabhügelgruppe mit mind. zwei Grabhügeln, in der Kreuzwertheimer Gemarkung der Mainschleife.
Laut dem Fachinformationssystem (FIS) des BLfD, hat die vorgeschichtliche Grabhügelgruppe die gleiche Bodendenkmalnummer wie die Höhenbefestigung: D-6-6223-0001, aber andere Koordinaten als die Höhenbefestigung. Die Koordinaten der Hügelgräber sind: N 49° 45′ 44.02926 E 9° 33′ 17.060328. Es sind keine Funde bekannt.

Bestattungsplätze mit Grabhügeln vorgeschichtlicher Zeitstellung in der Gemarkung Trennfeld.
Die Bodendenkmalnummern des BLfD: D-6-6223-0012, D-6-6223-0013 und D-6-6223-0049. Jedoch verteilt auf 4 unterschiedliche Plätze nördlich der Mainschleife, mit einer Zeitstellung von 1300 bis 250 v. Chr.

150 n.Chr. ist ein Locoritum in der Geographie 2,11,29 des Griechen Klaudios Ptolemios erwähnt. Locoritum ist laut Gerhard Rasch ein keltischer Name und heißt übersetzt „Furt in einem See“. In meinem Buch von 2019 „Vom Keltenheiligtum zum karolingischen Missionskloster – Neustadt am Main“ und in meinem Artikel „Die neuen Erkenntnisse zur Lokalisierung des Ptolemaios Ort Locoritum“ im Mainfränkischen Jahrbuch (MfrJb) 2022, Seite 341 bis 357, wird eindeutig dargestellt, dass sich der heilige keltische See mit der Furt Locoritum in Neustadt am Main befand. Neustadt am Main erfüllt 5 der 6 Kriterien der TU-Berlin für die Identifizierung eines Ptolemaios Orts. Lohr und Langenprozelten erfüllen kein einziges Kriterium. Locoritum existierte schon um 1200 v. Chr. Um 300 v. Chr. verliesen die Kelten unser Gebiet. Locoritum hatte nichts mit der Birkenhainer Straße, nichts mit einer Mainfurt in Langenprozelten, und auch nichts mit einem Römerfeldzug 6 n. Chr. zu Marbod nach Böhmen zu tun. Dieser Feldzug startete im Frühjahr 6 n. Chr. ab dem römischen Winterlager Anreppen an der Lippe, verlief dann durch das Land der Chaten bei Kassel, Richtung Böhmen. Der Feldzug verlief nicht über das Römerlager Marktbreit, das ist eine Erfindung. Das Römerlager Marktbreit wurde erst ab 7 n. Chr. unter Varus gebaut und war bei seiner Zerstörung 9 n. Chr. nicht fertig gebaut und laut den Archäologen nicht benutzt.

Mainfränkische Landnahme der Merowinger
Nach der Unterwerfung der Alemannen, ab ca. 496 n. Chr. in Zülpich und 506 bei Straßburg, dehnten sich die Merowinger massiv im heutigen Mainfranken aus. Der merowingische König Chlodwig und 3000 Franken wurden von Bischof Remigius in Reims christlich getauft. Wahrscheinlich 507, als Chlodwig ein Kampfbündnis mit dem römisch-katholischen Kaiser Anastasius schloss, und die Westgoten mit König Alarich II. südlich von Poitiers im Spätsommer besiegte. Die Westgoten verließen daraufhin Aquitanien und zogen sich nach Spanien zurück.
534 findet man auf einer Goldmünze des austrischen Königs Theuderich I. zwei christliche Kreuze. Ein Hinweis auf die frühe Christianisierung in Mainfranken. Es widerlegt u.a. die Falschaussage in der Passio Kiliani major, geschrieben um 960 von Stephan von Novara in Würzburg, dass dem Herzog Gozbert die christliche Lehre bis dahin (687) unbekannt geblieben war.

Eine Merowinger-Grabplatte von um 700 in Kreutzwertheim.
1662 wurde im damaligen Kreuzwertheimer-Friedhof, (Kommentar KW: sicherlich ein anderer Friedhof als der von Heute), ein Sarkophag mit einer Grabplatte ausgegraben. Die Grabplatte befindet sich heute in der evangelischen Kirche „Zum Heiligen Kreuz“ in Kreuzwertheim. Schon vorher hatte man solche drei große „Waßersteine“ ausgegraben und in Kreuzwertheim an drei verschiedenen Orten aufgestellt.
Details dazu im Artikel von Erich Langguth im GHK-Jahrbuch 2013 ab Seite 174.
Damit ist bezeugt, dass schon in der Merowinger Zeit, ab der fränkischen Landnahme im späteren Ort Kreuzwertheim eine merowingische Siedlung bestand.
718 starb Heden II., der letzte Herzog der Merowinger Könige in Mainfranken und Thüringen mit ca. 51 Jahren, wahrscheinlich bei einem Feldzug von Karl Martell gegen den Merowinger-König. Ein Jahr vorher starb sein ca. 27-jährige Sohn Thuring, wahrscheinlich auch bei einem Feldzug von Karl Martell gegen den Merowinger-König. Karl Martell hatte bei beiden sicherlich die Hände im Spiel. Detaillierte Informationen über die Hedenen finden Sie in meinem Buch „Der Aufstieg der Karolinger – Die neuen Erkenntnisse“, Klaus Weyer, 2025.

Frühjahr 738: Gründung des Kloster Neustadt am Main.
Als Bonifatius und Burkard im Frühjahr 738 aus Rom nach Franken kamen, gingen sie nach Rorinlacha, mit dem Ziel, den Sumpf im Tal trockenzulegen. Den ehemaligen heiligen keltischen See, mit der Furt Locoritum. Zuerst gründeten sie ein Kloster, die Michilstat auf dem trockenen Berg. Burkard bekam dafür von Karl Martell sein Jagdschloss geschenkt. Die Ostung und Größe der Saalkirche mit abgeschnürter Apsis wurde von Bonifatius definiert, Martin und Maria waren die Hauptpatrozinien, Petrus und Paulus die Nebenpatrozinien. Burkard war der erste Abt im Kloster Michilstat. Im Tal befand sich der Sumpf Rorinlacha, übersetzt ein mit Röhricht bewachsener Sumpf. Keine Siedlung war im Tal, wie manche glauben. Den Grund und Boden bekam Megingaud von dem Mattonen Hatto. Nach der Trockenlegung des Sumpfs, überbauten Burkard und Megingaud, auch ein Mattone, den ehemals heiligen keltischen See mit dem Kloster „Altestat“. Die Einweihung war um 740. Die Kirche der „Altenstat“ war laut Ludwig Wamser eine Kopie der Michilstat auf dem Berg. Mit den gleichen Patrozinien. Beide wurden vom BLfD ausgegraben. Details: http://www.weyer-neustadt.de

März 742: Gründung des Bistum Würzburg.
Burkard war von 718 bis 737 im Kloster Berceto, im Apennin an der Via Francigena. Das Kloster wurde vom Langobardenkönig Liutprand, dem Verbündeten von Karl Martell, gebaut. Nach dem Rombesuch 737/738 mit Bonifatius, lebte Burkard dann ab Frühjahr 738 bis zur Bistumsgründung Würzburgs, in seinem Kloster Michilstat, auf dem Berg oberhalb von Rorinlacha. In Wartestellung, ganz in der Nähe von Würzburg.
Bonifatius und Hausmeier Karlmann gründeten das Bistum Würzburg mit Burkard als Bischof. Burkard wurde schon, bei seinem Rombesuch zusammen mit Bonifatius, Anfang 738 vom Papst Gregor III. zum Bischof ohne Bischofssitz geweiht. Und Burkard erhielt vom Papst, laut der Vita Burkardi II., Reliquien für die zukünftige Kirche in Würzburg. Der karolingische Hausmeier Karlmann unterstützte Burkard bei der Bistumsgründung, er schenkte 25 merowingische Königs-Kirchen und das Kloster Karlburg, an das neue Bistum. In der Wüstung „Karloburg“ hat das BLfD archäologische Befunde des 7. Jhd. nachgewiesen, D-6-6024-0173 ist die Denkmalnummer. Gertrud von Nivelles, die Tochter Pippin des Älteren, soll das Kloster Karlburg um 640 gegründet haben. Um 960 wurde es noch von Stephan von Novara erwähnt.
Karlmann schenkte 742 dem Bistum keine Marienkirche auf dem Würzberg, sondern eine Marien-Kathedrale mit Nebengebäuden am Fuße des Bergs, erwähnt in einer Bestätigungsurkunde Ludwig des Frommen. Von Anfang an, der Bischofssitz, ab 751 das Andreaskloster. Diese Reliquien des Apostel Andreas erhielt Burkard 738 sicherlich vom Papst in Rom. Die Marienkirche auf dem Berg ist laut dem BLfD ein frühromanischer Rundbau (Frühromanik ca. 950 – 1050) mit einem Rechteckchor von um 1600. Die Aussage, sie geht zurück auf Herzog Heden II., ist eine rein spekulative Aussage, bzw. eine Erfindung in der Jüngeren Vita des Burkard die um 1140 geschrieben wurde, ca. 400 Jahre nach der Bistumsgründung. Es existieren keinerlei Fakten dazu.

744: Gründung Kloster Fulda
Hausmeier Karlmann schenkte Bonifatius die ehemalige Herzogspfalz von Heden II. aus um 700, mit dem Umland. Damit gründet Bonifatius das Kloster Fulda.

772: „Kreuzwertheim“ ist Teil der Neustadter Klostermark.
Die große Klostermark wurde von Karl den Großen dem Königskloster Neustadt am Main gestiftet. Das Kloster diente auch als Missionskloster für die Sachsenmissionierung. Die Hauptpatrozinien der neuen, ca. 6-mal größeren Klosterkirche Neuenstat, waren Martin und Maria, mit einem neuen Nebenpatrozinium Heilig Kreuz! Die Kirche in Kreuzwertheim hatte von Anfang an das Patrozinium Heilig Kreuz! Eine Verbindung zum Kloster Neustadt am Main drängt sich auf. Der ehemalige Hof, am Platz des späteren Schlosses“ in Kreuzwertheim fiel an das Kloster Neustadt, nicht an das Kloster Fulda (W. Störmer, 2011).
Der Verlauf der Neustadter Klostermark ist detailliert im GHK-Jahrbuch 2024 erläutert. Klaus Weyer: Marken und Altstraßen im südöstlichen Spessart, S. 150 bis 195.
Die Neustadter Klostermark endete nicht in Triefenstein, eine Aussage von Joseph Schnetz im Jahr 1914 mit fehlerhaften Argumenten. Andere, wie z.B. Reinhard Bauer 1988, folgten ihm. Und die Neustadter Klostermark endete auch nicht in Eichenfürst, wie Theodor Ruf 2018, mit anderen fehlerhaften Argumenten vertrat.
Dem Kloster Neustadt wurde von Karl dem Großen ein Gebiet zugesprochen, dessen Grenze nördlich von Neustadt am Main begann, dann bis zum höchsten Berg in Spessart, dem Geiersberg, verlief. Anschließend ging es durch den heutigen Weihersgrund und entlang des Wachenbach bis zum Trauberg bei Marienbrunn. Schließlich nach Altfeld, über Michelrieth und dem Klingenbach entlang, zum heutigen Haslochbach und dort, wo dieser in den Main mündete. Die Neustadter Kloster-Mark war damit 133 qkm groß.
781 war die Weihe des Klosters Neuenstat.

Kloster Holzkirchen.
Im November 775 schenkte Graf Troand das kurz zuvor gegründete Kloster „Holtzchiricha“, an Karl den Großen, der schenkte es dem Reichskloster Fulda und dessen Abt Sturmius (Abt von 744–779).

Vor/um 800 ist ein „Werdheim“ im Urkunden-Buch des Kloster Fulda (UBF) erwähnt.
Allerdings erst zwischen 1150 und 1160 im berüchtigten Codex Eberhardi niedergeschrieben. Laut Heinrich Wagner von 1981 war es Westheim bei Knetzgau, es soll verschrieben sein. Nicht Wertheim (E.E. Stengel, 1956) und nicht (Kreuz?-) Wertheim (W. Störmer, zuletzt 2011). Auch soll die Erwähnung „Biscoffesheim“ das Bischofsheim im Kr. Haßfurt sein, und die Erwähnung „Kuffese“ soll laut Heinrich Wagner Küps im Kr. Staffelstein sein.
Ein weiteres Argument, das heutige Kreuzwertheim gehörte ab 772 zum Kloster Neustadt am Main, nicht zum Kloster Fulda.

839: Die Erwähnung der Heristrata und der Via Publica.
In der Urkunde der Spessart-Mark des Grafen Poppo I. vom Grabfeld.
Die Heristrata: Ein vorgeschichtlicher Weg durch das Himmelreich nach Unterwittbach, Oberwittbach, Michelrieth, Esselbach, Rohrbrunn, durch den Spessart in Richtung Westen. (Klaus Weyer, GHK JB 2024). Nicht über den Ort Kreuzwertheim (Krebs/Nöth HVW JB 2010/11 und Spessartprojekt).
Die Via publica: Ein mittelalterlicher Weg von Würzburg kommend, dort auch urkundlich erwähnt, verlief über die Furt in Lengfurt nach Altfeld. Kurz vor Kredenbach mündete die jüngere Via publica in die von Michelrieth kommende ältere Heristrata.
Die Via publica verlief nicht von Norden nach Süden über das Himmelreich! (berichtet von Peter Rückert in 1993 und 2011, Wolfgang Vorwerk in 1997, 2002 und 2014, Wilhelm Störmer in 2011, und zuletzt von Dirk Vermaaten in 2025). Es existiert keine Quelle dazu.
Der Verlauf beider Wege ist detailliert im GHK-Jahrbuch 2024 erläutert.

839: Bestätigung der Westgrenze der Neustadter Klostermark von 772.
In der Urkunde der Spessart-Mark des Grafen Poppo I. vom Grabfeld, ist der Grenzverlauf von 839, von Grenzpunkt 5 bis Grenzpunkt 12 = GP 1, und noch bis GP 2, identisch mit der Westgrenze der Neustadter Klostermark nach Klaus Weyer.

Mainfranken war nicht von den Ungarneinfällen betroffen.
2021 hat Philipp Meller bewiesen, dass man in keiner einzigen Quelle Hinweise dazu findet, dass Mainfranken konkret von den Ungarneinfällen ab 899 betroffen war. Quelle: Kulturkontakt im Frühmittelalter, 2021, S. 221-315.

12 Dez 993: Urkundenfälschung vom Bistum Würzburg wegen dem Kloster Neustadt.
Das Königs-Kloster Neustadt am Main, mit seiner großen Mark, wird durch eine Urkunden-Fälschung (D O III 140) vom Würzburger Bischof Bernward zu einem bischöflichen Eigenkloster. Der minderjährige König Otto III. stellte die Urkunde aus. Vier weitere Klöster bzw. Orte waren auch betroffen: Amorbach, Homburg, Murrhardt und Schlüchtern. Und die große Neustadter Mark gehörte ab jetzt dem Bistum Würzburg. Das bedeutete, Kreuzwertheim gehörte ab Ende 993 zum Bistum Würzburg.

14 Apr 999: Urkundenfälschung vom Bistum Würzburg, wieder wegen dem Kloster Neustadt.
Bischof Heinrich I. fälscht wegen dem Königs-Kloster Neustadt am Main wieder eine Urkunde (DD O III 315). Denn Kaiser Otto III. war jetzt volljährig. Jedoch fehlte in dieser Urkunde die Nennung von Homburg und der Name des Schenkers und des Empfängers der Urkunde. Peinlich.

10 April 1000: Auf Bitten von Bischof Heinrich I. aus Würzburg (Bischof von 995/996 bis Nov. 1018) und Abt Bernhard aus Neustadt, bestätigte Kaiser Otto III. die Schenkung der Neustadter Klostermark von Karl dem Großen an das Kloster Neustadt, und den Schutz vor dem Vogt Ebo. Urkunde DD O III 354.

30 Mai 1000: Das Bistum Würzburg erhielt die Grafschaft Waldsassengau und Rangau.
Niedergeschrieben in der Urkunde von Otto III., DD O III 366, für den Würzburger Bischof Heinrich I.

09 Feb 1003: Urkundenfälschung vom Bistum Würzburg, wieder wegen dem Kloster Neustadt.
Bischof Heinrich I. fälscht wegen dem Königs-Kloster Neustadt am Main wieder eine Urkunde (DD H II 37). Die Änderungen, diesmal mit der Nennung von Homburg, des Schenkers und des Empfängers der Urkunde, und die Ausstellung durch König Heinrich II.

1 Nov 1007: Gründung Bistum Bamberg.
Das Bistum Bamberg wurde am 1. November 1007 von König (später Kaiser) Heinrich II. auf der Reichssynode in Frankfurt gegründet. Die Urkunde: DD H II 143. Bamberg diente der Festigung der königlichen Macht und der Slawenmission. 1012 wurde der erste Bamberger Dom eingeweiht.
Heinrich II. wollte ein kirchliches Zentrum im Reich schaffen, das direkt mit ihm verbunden war. Es diente auch als politischer Gegenpol zu den Markgrafen von Schweinfurt.
Das Bistum wurde aus Teilen der Bistümer Würzburg und Eichstätt herausgelöst und reichlich mit Königshöfen und Ländereien ausgestattet.

22 Okt 1009: Werdheim = heute Kreuzwertheim, erhält in der Urkunde D H II. Nr. 207 das Marktrecht.
Auf Bitten des Würzburger Bischof Heinrich I., ein Mattone, erteilte König Heinrich II. dem Ort Werdheim das Marktrecht. Sicherlich als Trostpflaster für die Würzburger Gebietsverluste an das kurz vorher 1007 gegründete Bistum Bamberg. Werdheim gehörte seit der Würzburger Urkundenfälschung vom 12 Dez 993 nicht mehr zum Kloster Neustadt, sondern zum Bistum Würzburg.

1095 Aug 3:
Gerhard (Burggraf Mainz) und seine Frau Bertha, übergeben an den Marienaltar in Neustadt (Main), für ihr Seelenheil, und für das seines Bruder Gebino, und seiner Eltern Radebodo und Gude, all das, was Gerhard an Eigentum (Alode) und Rechten hat in den Dörfern Bütthard und Dachesi (abgegangen) im Ochsenfurter Gau (Besitz von seiner Mutter Gude). Die Zeugen: Bischof Emehard von Würzburg (Mattone), Abt Adelger von Neustadt, Vogt Markward (von Grumbach), Diemar von Röttingen, Goswin und Ebo sein Vater aus Mergentheim, Graf Engelhart.

5 Sep 1102: Gründung des Kloster Triefenstein.
Auf ehemaligen Grund und Boden des Kloster Neustadt am Main gebaut. Seit 993 in der Mark des Bistum Würzburg, und in der Grafschaft Waldsassen am Main gelegen. Gründung durch Bischof Emehard von Würzburg, ein Mattone. (StAWt, R-Lit, A 1917, fol. 14v-15).

18 Jan 1103: Ersterwähnung eines Grafen „Bruno von Wertheim“.
Laut Wolfgang Hartmann, 2004, Seite 116, gehörte Bruno nicht in die Linie der späteren linksmainischen Grafen von Wertheim. Er soll einen Sitz in dem rechtsmainischen Wertheim, heute Kreuzwertheim, gehabt haben und nannte sich deshalb Graf von Wertheim.
In der Schenkung von Diemar v. Röttingen, im Ochsenfurter Gau, an das Kloster Hirsau (20 km südlich von Pforzheim), ist Bruno erwähnt. Die Zeugen im Codex Hirsaugiensis Blatt 34 von 70 sind: Graf Gerhard von Mainz als erster Zeuge, Ebo und sein Sohn Goswin von Mergentheim, Graf Engelhart von Lubenhusen (heute Lobenhausen a. d. Jagst) und sein Sohn Waltherus, Graf Bruno von Wertheim (heute Kreuzwertheim), und Graf Heinrich von Rothenburg, aus der Comburg-Rothenburg-Linie, laut Wappen ein Mattone.

1132: Ersterwähnung eines Grafen Wolfram I. von Wertheim.
Der erste namentlich nachweisbare linksmainische Graf von Wertheim war Wolfram I., der für den Zeitraum von 1132 bis 1157 belegt ist.

1136 Feb 15: Bischof Embricho von Würzburg verlieh dem Kloster Triefenstein die Pfarrei Werdheim (Kreuzwertheim).
Erwähnt in einer Urkunde F-US 10 Nr. 2 im Staatsarchiv Wertheim. Das Kloster erhielt die Pfarrei mit dem Recht, einen Klostergeistlichen zu präsentieren. Im Gegenzug trat das Stift Triefenstein die Pfarrei Greußenheim sowie 5 Morgen Weinberge am Kallmuth an den Bischof von Würzburg ab.

Ab 1150: Gründung der Burg Rothenfels am Main.
Durch den fränkischen Adeligen, den edelfreien Marquard II. von Grumbach. Bau der romanischen Burg. Lehnsherr der Burg war die Benediktinerabtei Neustadt am Main.

1157 Apr 6: Erstnennung der Grafen von Rieneck.
Erwähnt in der Urkunde von Kaiser Friedrich I. Barbarossa, Mainzölle nur in Neustadt am Main, Aschaffenburg und Frankfurt, ursprünglich der Fürsten-Beschluss von Weihnachten 1155 in Worms. Veranlasst wurden die neuen Mainzölle von Hermann von Stahleck, Pfalzgraf bei Rhein, der Graf de Rheno bis zu seinem Tod 1156 Okt 2.
Graf Ludwig I. von Loon (der Enkel von Arnold I. von Loon, der Schwiegersohn von Burggraf Gerhard von Mainz) ist als Graf de Rheno in der Version A der Barbarossa-Urkunde erwähnt! Jedoch gab Friedrich I. die Grafschaft de Reno, direkt nach dem Tod des Pfalzgrafen Hermann, an seinen Halbbruder Konrad den Staufer!
Graf Ludwig I. von Loon ist dann als Graf von Rieneck in der korrigierten Version A1 der Urkunde erwähnt! Wer hat die Version A der Barbarossa-Urkunde manipuliert? Hatte Graf Ludwig I. von Loon die Hände im Spiel?
Für mich stellt sich die Frage, warum wurde dieses Thema der Grafen von Rieneck bisher nicht detailliert untersucht und publiziert?
Am Ende der Zeugenreihe von 1157 Apr 6, Sigebodo de Zimbre. Heute ist Zimmern ein Ortsteil von Grünsfeld.
Ca. 1170 wurde die Burg Rieneck im Spessart lt. dem BLfD errichtet (D-6-77-177-2).

1180-1220 Errichtung der Burg in Wertheim.
1183 erstmals urkundlich erwähnt.

1305: Ersterwähnung des Weiler Wettenburg, ganz im Süden der Kreuzwertheimer Mainschleife.
Laut dem BLfD ist die Wettenburg eine mittelalterliche Wüstung im südlichen Himmelreich, besser gesagt im Süden der Kreuzwertheimer Mainschleife. Die Koordinaten der „Wettenburg“ sind laut dem BLfD: 49° 44′ 47,06″ N, 9° 33′ 49,7″ E.
Die Bodendenkmalnummer ist: D-6-6223-0002.
Der Weiler Wettenburg lag bei der Furt nach Urphar, ganz im Süden der Kreuzwertheimer Mainschleife, nicht im Himmelreich.
1305 war die Ersterwähnung des mittelalterlichen Weiler „Wettenburg“ im Süden der Kreuzwertheimer Mainschleife. Der Bischof von Eichstätt übergab das Patronatsrecht der Kirche in Eichel an die Gräfin Elisabeth von Wertheim. Im Text steht: Das Dorf Eichel gegenüber Wettenburg.
1359 wurde der Weiler im Steuerverzeichnis des Grafen Eberhard von Wertheim als Wettinburg erwähnt, drei Namen sind als Steuerzahler erwähnt.
Um 1400, Aufgabe des Weiler Wettenburg.
Resümee: Eine Burg Wettenburg und eine Höhensiedlung Wettenburg hat es nie gegeben, aber einen Weiler Wettenburg, ganz im Süden der Kreuzwertheimer Mainschleife.

1311 Sep 21: Das “dorf heiligen crüces wertheim“ wurde erwähnt.
Urkunde StAWü, Würzburger Urkunden 8272. Artikel im Kreuzwertheimer Jahrbuch 2011, ab S. 218, von Erich Langguth.

1319: Die Pfarrei zum Heiligen Kreuz wurde selbstständig.
Kloster Triefenstein behielt das Recht die Pfarrstelle zu besetzen.

1362: Graf Eberhard von Wertheim (reg. 1355–1373) übergab dem Kaiser Karl IV. (reg. 1346-1378, seit 1355 Kaiser), Burg und Stadt Wertheim, zusammen mit Kreuzwertheim auf der anderen Mainseite.
Er erhielt diesen Kern seiner Herrschaft als Lehen der Krone Böhmens zurück; diese Lehensbindung dauerte bis 1806 fort. Denkbare Herrschaftsansprüche des Hochstifts Würzburg wurden somit abgewiesen. Zu einer Errichtung einer Mainbrücke, die in der Urkunde von 1362 als Bauvorhaben erwähnt ist, kam es jedoch nicht.
Quelle: https://www.historisches-lexikon-bayerns.de/Lexikon/Wertheim,_Grafschaft

1366 April 9: Karl IV. nimmt das Kloster Neustadt unter den Schutz des Reiches.
April 20: Der Abt des Klosters Neustadt, Gottfried von Rieneck (Abt von 1357-1386), wurde der Hofkaplan von Karl IV.
Mai 17: Karl IV. verlieh dem Kloster Neustadt einen Mainzoll und verteidigte das Kloster Neustadt gegen Würzburg und befreite es von dessen Landgericht.

1368 Feb. 22: Münzrecht von Kaiser IV. für Wertheim und „das Dorff zu dem heiligen Creutze“ gegenüber Wertheim.

Die Karten von 1618 und 1636.
Die Karten-Wahrheit von Bernard Cantzler (1618): Auf seiner Karte der Grafschaft Wertheim trug Cantzler in der Mainschleife lediglich den reinen Text „Wettenburg“ ein. Da der Weiler Wettenburg im Süden der Mainschleife zu dieser Zeit bereits seit Jahrzehnten eine Wüstung war, zeichnete er völlig korrekt keine Grafik ein – denn es gab dort schlicht keine Gebäude mehr zu sehen. Trotzdem fantasierten sich viele Personen eine Burg dazu. Und auch heute noch.
Der Karten-Mythos bei Johann Janssonius (1636): Wenige Jahre später kopierte der berühmte niederländische Verleger Janssonius die Cantzler-Karte für seinen Atlas in Amsterdam. Aus der Distanz und durch die „Stille Post der Kartografie“ entstand ein Fehler: Er verschob den Namen in den Norden der Schleife, jedoch wandelte er den Namen in „Wottenburg“ in der Karte ab, und auf der Rückseite der Karte schrieb er „Wotenburg“. Und er dichtete in der Karte eine fiktive Burggrafik hinzu. Die fiktive Burggrafik war ein gefundenes Fressen für Viele, von Anfang an. Dass der Name falsch war, zählte nicht.
Die hochauflösene Karte ist im Staatsarchiv Wertheim unter der Signatur StAWt A-95 Nr. 1 verwahrt.