Hier finden Sie die unterschiedlichsten Informationen.
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Lassen Sie sich überraschen.
Geschichtsdaten in und um Kreuzwertheim bis um 1200
Das Himmelreich in der Kreuzwertheimer Mainschleife.
Durch die Ausgrabungen des BLfD, zw. 1981 bis 1988, konnten folgende Besiedelungen in der Kreuzwertheimer Gemarkung Himmelreich nachgewiesen werden.
Aus der jungneolithischen Michelsberger Kultur (4.4000 – 3.600 v. Chr.)
Ab Ende der älteren Urnenfelderzeit (um 1.200 v. Chr.)
In der Späthallstattzeit (um 500 v. Chr.)
Während der Spätlatènezeit (um 200 v. Chr.)
Während der Völkerwanderungszeit (375 – 568 n. Chr.
150 n.Chr. ist ein Locoritum in der Geographie 2,11,29 des Griechen Klaudios Ptolemios erwähnt. Locoritum ist laut Gerhard Rasch ein keltischer Name und heißt übersetzt „Furt in einem See“. In meinem Buch von 2019 „Vom Keltenheiligtum zum karolingischen Missionskloster – Neustadt am Main“ und in meinem Artikel „Die neuen Erkenntnisse zur Lokalisierung des Ptolemaios Ort Locoritum“ im Mainfränkischen Jahrbuch (MfrJb) 2022, Seite 341 bis 357, wird eindeutig dargestellt, dass Locoritum sich in Neustadt am Main befand.
Eine Merowinger-Grabplatte von um 700.
1662 wurde im damaligen Kreuzwertheimer-Friedhof, (Kommentar KW: sicherlich ein anderer Friedhof als der von Heute), ein Sarkophag mit einer Grabplatte ausgegraben. Die Grabplatte befindet sich heute in der evangelischen Kirche „Zum Heiligen Kreuz“ in Kreuzwertheim. Schon vorher hatte man drei große „Waßersteine“ ausgegraben und in Kreuzwertheim an drei verschiedenen Orten aufgestellt.
Details dazu im Artikel von Erich Langguth im GHK-Jahrbuch 2013 ab Seite 174.
Damit ist bezeugt, dass schon in der Merowinger Zeit, ab der Landnahme um 500 oder kurz danach, im Ort Kreuzwertheim eine merowingische Siedlung bestand.
718 starb Heden II., der letzte Herzog der Merowinger Könige in Mainfranken und Thüringen, bei einem Feldzug von Karl Martell gegen den König. Ein Jahr vorher starb sein Sohn Thuring, auch bei einem Feldzug von Karl Martell gegen den König.
Detaillierte Informationen über die Hedenen finden Sie in meinem Buch „Der Aufstieg der Karolinger – Die neuen Erkenntnisse“, Klaus Weyer, 2025.
Frühjahr 738: Gründung des Kloster Neustadt am Main.
Als Bonifatius und Burkard aus Rom kamen, gingen sie nach Rorinlacha, mit dem Ziel, den Sumpf im Tal trockenzulegen. Den ehemaligen heiligen keltischen See, mit der Furt Locoritum. Zuerst gründeten sie ein Kloster, die Michilstat auf dem trockenen Berg. Eine Saalkirche mit abgeschnürter Apsis. Burkard war der erste Abt. Im Tal befand sich der Sumpf Rorinlacha, übersetzt ein mit Röhricht bewachsener Sumpf. Keine Siedlung war im Tal, wie manche glauben. Nach der Trockenlegung des Sumpf, überbauten Burkard und Megingaud den ehemals heiligen keltischen See mit einem Kloster.
März 742: Gründung des Bistum Würzburg.
Bonifatius und Hausmeier Karlmann gründen das Bistum Würzburg mit dem Bischof Burkard. Burkard wurde schon Anfang 738 in Rom vom Papst Gregor III. zum Bischof ohne Bischofssitz geweiht. Und Burkard erhielt vom Papst Reliquien des Apostel Andreas für die zukünftige Kirche in Würzburg. Karlmann unterstützte Burkard bei der Bistumsgründung, er schenkte 25 merowingische Königs-Kirchen und das Kloster Karlburg, an das neue Bistum.
Karlmann schenkte dem Bistum keine Marienkirche auf dem Würzberg, sondern eine Marien-Kathedrale am Fuße des Bergs, das spätere Andreaskloster. Die Marienkirche ist laut dem BLfd ein frühromanischer Rundbau (Frühromanik ca. 950 – 1050) mit einem Rechteckchor von um 1600. Die Aussage, sie geht zurück auf Herzog Heden II., ist eine rein spekulative Aussage, bzw. eine Erfindung. Es existieren keinerlei Fakten dazu.
744: Gründung Kloster Fulda
Hausmeier Karlmann schenkt Bonifatius die ehemalige Herzogspfalz von Heden II. aus um 700, mit dem Umland. Damit gründet Bonifatius das Kloster Fulda.
772: „Kreuzwertheim“ ist Teil der Neustadter Klostermark.
Die große Neustadter Mark wurde von Karl den Großen dem Königskloster Neustadt am Main gestiftet. Der ehemalige Hof, am Platz des späteren Schlosses“ in Kreuzwertheim fällt an das Kloster Neustadt, nicht an das Kloster Fulda (W. Störmer, 2011).
Der Verlauf der Neustadter Klostermark ist detailliert im GHK-Jahrbuch 2024 erläutert. Klaus Weyer: Marken und Altstraßen (Die Heristrata über das Himmelreich und die Via publica über Lengfurt) im südöstlichen Spessart, S. 150 bis 195.
Kloster Holzkirchen.
Im November 775 schenkt Graf Troand das kurz zuvor gegründete Kloster „Holtzchiricha“, an Karl den Großen, der schenkt es dem Reichskloster Fulda und dessen Abt Sturmius.
Vor/um 800 ist ein „Wertheim“ im Urkunden-Buch des Kloster Fulda (UBF) erwähnt.
Laut Heinrich Wagner, 1981: Westheim bei Knetzgau, es soll verschrieben sein. Nicht Wertheim (E.E. Stengel, 1956) und nicht (Kreuz?-) Wertheim (W. Störmer, zuletzt 2011).
Auch soll die Erwähnung „Biscoffesheim“ das Bischofsheim im Kr. Haßfurt sein, und die Erwähnung „Kuffese“ soll laut H. Wagner Küps im Kr. Staffelstein sein.
839: Die Erwähnung der Heristrata und der Via Publica in der Urkunde der Spessart-Mark des Grafen Poppo I. vom Grabfeld.
Die Heristrata: Ein vorgeschichtlicher Weg durch das Himmelreich nach Unterwittbach, Michelrieth, Esselbach, Richtung Westen (Klaus Weyer, GHK JB 2024). Nicht über den Ort Kreuzwertheim (Krebs/Nöth HVW JB 2010/11).
Die Via publica: Ein mittelalterlicher Weg von Würzburg kommend, dort auch urkundlich erwähnt, nach Lengfurt, Richtung Altfeld. Dort mündet nach Altfeld die jüngere Via publica in die ältere Heristrata.
Die Via publica verlief nicht von Norden nach Süden über das Himmelreich! (berichtet von Peter Rückert, Wolfgang Vorwerk und zuletzt von Dirk Vermaaten in 2025). Es existiert keine Quelle dazu.
Der Verlauf beider Wege ist detailliert im GHK-Jahrbuch 2024 erläutert.
Mainfranken war ab 889 nicht von den Ungarneinfällen betroffen.
2021 hat Philipp Meller bewiesen, dass man in keiner einzigen Quelle Hinweise dazu findet, dass Mainfranken konkret von den Ungarneinfällen ab 899 betroffen war. Quelle: Kulturkontakt im Frühmittelalter, 2021, S. 221-315.
12 Dez 993: Urkundenfälschung vom Bistum Würzburg.
Das Königs-Kloster Neustadt am Main, mit seiner großen Mark, wird durch eine Urkunden-Fälschung (D O III 140) vom Würzburger Bischof Bernward zu einem bischöflichen Eigenkloster. Und die große Mark gehört jetzt dem Bistum Würzburg.
10 April 1000: Auf Bitten von Bischof Heinrich I. aus Würzburg und Abt Bernhard aus Neustadt, bestätigt Kaiser Otto III. die Schenkung der Neustadter Klostermark von Karl dem Großen an das Kloster Neustadt, Urkunde DD O III 354.
30 Mai 1000: Das Bistum Würzburg erhält die Grafschaft Waldsassengau und Rangau.
Niedergeschrieben in der Urkunde von Otto III., DD O III 366
1 Nov 1007: Gründung Bistum Bamberg.
Das Bistum Bamberg wurde am 1. November 1007 von König (später Kaiser) Heinrich II. auf der Reichssynode in Frankfurt gegründet. Die Urkunde: DD H II 143. Bamberg diente der Festigung der königlichen Macht und der Slawenmission. 1012 wurde der erste Bamberger Dom eingeweiht.
Heinrich II. wollte ein kirchliches Zentrum im Reich schaffen, das direkt mit ihm verbunden war. Es diente auch als politischer Gegenpol zu den Markgrafen von Schweinfurt.
Das Bistum wurde aus Teilen der Bistümer Würzburg und Eichstätt herausgelöst und reichlich mit Königshöfen und Ländereien ausgestattet.
22 Okt 1009: Werdheim = heute Kreuzwertheim, erhält in der Urkunde D H II. Nr. 207 das Marktrecht.
Auf Bitten des Würzburger Bischof Heinrich I., ein Mattone. Den Würzburger Bischöfen gehörte seit 993 (Würzburger Fälschung) die Neustadter Klostermark, und seit 1000 die Grafschaft Waldsassengau, und damit auch der Ort Werdheim.
5 Sep 1102: Gründung des Kloster Triefenstein.
Seit 993 in der Mark des Bistum Würzburg, und in der Grafschaft Waldsassen gelegen. Gründung durch Bischof Emehard von Würzburg, ein Mattone. (StAWt, R-Lit, A 1917, fol. 14v-15).
18 Jan 1103: Ersterwähnung eines „Grafen Bruno von Wertheim“.
Erwähnt im Codex Hirsaugiensis, in der Schenkung des Diemar von Röttingen an das Kloster Hirsau (20 km südlich von Pforzheim).
Ab 1150: Gründung der Burg Rothenfels am Main.
Durch den fränkischen Adeligen, den edelfreien Marquard II. von Grumbach. Bau der romanischen Burg. Lehnsherr der Burg ist die Benediktinerabtei Neustadt am Main.
1157 Apr 6: Erstnennung der Grafen von Rieneck.
Unter Ludwig I., der Enkel von Arnold I. von Loon. Nennung in der Original-Urkunde von Kaiser Friedrich I., von 1157 April 6 Worms.
Arnold I. von Loon war der Schwiegersohn vom Mainzer Burggraf Gerhard.
Ca. 1170 wurde die Burg Rieneck im Spessart lt. dem BLfD errichtet (D-6-77-177-2).